Zahlen im Ausland: Empfehlungen für Kreditkarten und Bargeld auf Reisen

Erstellt von Tobias Kurz am 8. April 2020, 12:20 Uhr

Finanzielle Risiken sind bei einem Auslandsaufenthalt nie auszuschließen. Viele Urlauber fallen Diebstahl zum Opfer oder anderweitigen Betrugsmaschen, die auf den Zugang fremder Gelder abzielen. Lesen Sie hier, wie Sie sich vor kriminellen Machenschaften schützen und die Gefahr für Verluste minimieren.

Bargeldlos bezahlen mit Kreditkarten

PIN Eingabe Geldautomat
Vorsicht bei der PIN-Eingabe am Geldautomat. Idealerweise kann ein Mitreisender den Blick auf die Tasten versperren.

In vielen Ländern der Welt ist die Kreditkarte unverzichtbar. Damit werden von Lebensmitteln über Restaurantbesuche und Kraftstoff bis hin zu Freizeitaktivitäten und Mietwagen diverse Dinge beziehungsweise Dienstleistungen bezahlt. Überall dort, wo ein Aufenthalt ohne Kreditkarte erheblich erschwert wäre, ist das Mitführen einer Ersatzkarte ratsam. Diese werden getrennt voneinander verstaut, um im Fall eines Diebstahls auf Ersatz zurückgreifen zu können. Die PIN-Nummern sollten Sie auswendig lernen und keinesfalls irgendwo notieren. Auch das Speichern in Smartphones ist riskant. Eine wichtige Notiz sind hingegen die Telefonnummern der zuständigen Kreditinstitute zur Kartensperrung. Kommt eine Karte abhanden, muss sie umgehend gesperrt werden.

Vorsicht Auslandseinsatz- und Fremdgebühren

Ein wichtiger Kostenfaktor, den Sie beim Vergleichen von Kreditkartenangeboten einbeziehen sollten, sind die Auslandseinsatzgebühren. Gemeint sind damit die Gebühren, die Banken für Geldabhebungen an fremden Geldautomaten und Zahlungen in ausländischer Währung erheben. Während diese Vorgänge im Inland und in der Eurozone häufig kostenlos sind, können sie im außereuropäischen Ausland teuer werden. Die Erhebung von Pauschalen ist gleichermaßen denkbar, wie eine prozentuale Gebühr. Abhängig von der Anzahl an Abhebungen und Zahlungen sind die Kosten, die sich während eines Urlaubs summieren, nicht zu unterschätzen. Hinzu kommen mögliche Fremdgebühren, die wiederum ausländische Fremdbanken bei Bargeldabhebungen an Geldautomaten verlangen. In den USA und Thailand ist mit diesen Kosten beispielsweise zu rechnen. Pauschalen in Höhe von mindestens 5 Euro pro Bargeldabhebung sind gängig. Manche Kreditkarten-Anbieter erstatten ihrer Kundschaft die entstandenen Geldautomatengebühren zurück. Vorausgesetzt die Karteninhaber können Belege hierzu vorweisen.

Praktisch kann die Kreditkarte mit Reiserücktrittsversicherung sein, die das Finanzportal FTD in einem Verbraucherratgeber thematisiert. Die Redaktion empfiehlt derartige Kreditkartenangebote insbesondere denjenigen, die mehrmals jährlich verreisen, da sie selten kostenlos zu haben sind. Da Kunden jedoch oft ein Probejahr eingeräumt wird, sind Kreditkarten mit entsprechendem Versicherungsschutz durchaus ohne Kosten erhältlich. Wichtig ist dann allerdings die rechtzeitige Kündigung falls im darauffolgenden Jahr weder Karte noch Versicherung nötig sind. Die Reiserücktrittsversicherung erstattet Unkosten, wenn ein Versicherter gebuchte Reisen aus einem wichtigen Grund (z.B. schwerer Unfall, Schwangerschaft oder Arbeitslosigkeit) nicht antreten kann. Da die Stornokosten teilweise erheblich ausfallen, ist die Police durchaus nützlich. Manche Kreditkartenverträge umfassen außerdem eine Auslandsreisekrankenversicherung. Diese Reiseversicherung ist ein Muss für jeden Urlauber, um im Ausland die optimale medizinische Versorgung zu erhalten.

Die Verbraucherzentrale klärt auf, warum der Rücktransport bei der privaten Reisekrankenversicherung so wichtig ist.

Kreditkarte
Wertsachen und Bargeld lassen sich mit einem kleinen Vorhänge- oder Zahlenschloss in Spinden einsperren.

Zum Schutz vor Betrug und Diebstahl ist es empfehlenswert die Eingabe der PIN-Nummern gut zu verdecken und wann immer möglich die Geldabhebung an Geldautomaten nicht allein, sondern mit einer Vertrauensperson durchzuführen. Stehen mindestens zwei Personen an der Geldquelle ist die Hemmschwelle für Überfälle größer.

Bezahlen mit Bargeld – 5 Tipps zum Schutz vor finanziellen Einbußen

Ganz ohne Bargeld geht es nicht. Möchten Sie beispielsweise auf asiatischen Märkten einkaufen oder Sehenswürdigkeiten besichtigen, sind Kreditkarten meist keine Option. Damit Geldscheine und Münzen keinen Langenfingern zum Opfer fallen, ist sowohl die Art als auch der Ort der Aufbewahrung sorgfältig zu wählen. Wer sein Portemonnaie in der Gesäßtasche seiner Jeans spazieren trägt, darf sich nicht wundern, wenn sich Diebe daran zu schaffen machen.

Sinnvolle Maßnahmen auf einen Blick:

  1. Bargeld möglichst nah und unauffällig am Körper aufbewahren. Geldgürtel und Bauchtaschen (möglichst flach und unter Kleidung getragen) sind nur zwei Möglichkeiten.
  2. Als Geldversteck im Reisegepäck eignen sich Utensilien, die ein Dieb nicht als solches vermutet. Gut geeignet für Scheine sind Beutel mit Schmutzwäsche, Kulturbeutel oder die Reiseapotheke (z.B. leere Shampooflaschen, Medikamentenpackungen).
  3. Das gesamte Bargeld nie an einem Ort, sondern verteilt verstauen! Wird ein Teil gestohlen, sind Sie nicht völlig bargeldlos und bleiben zahlungsfähig.
  4. Grundsätzlich sollten Sie nur die Menge an Bargeld mit sich führen, die Sie am entsprechenden Tag schätzungsweise benötigen. Deshalb gilt: Bargeldabhebungen überdenken! Besser während einer Reise mehrere kleine Geldbeträge abheben, statt einen großen!
  5. Auch der Hotelsafe kann ein sicherer Ort für Wertsachen sein. Vorausgesetzt es handelt sich um eine seriöse Adresse und das Objekt lässt sich nicht so leicht knacken. In Hostels ist oft besondere Vorsicht geboten. Dort müssen sich Gäste vor den negativen Absichten von Mitbewohnern schützen. Mit kleinen Zahlenschlössern schließen Sie Rucksack, Handtasche und Co. ab.

Im Zweifelsfall gilt, egal ob Hostel, Couchsurfing oder Hotel: Wertsachen, die am Körper aufbewahrt werden, lassen sich weniger gut stehlen als an einem vermeintlich sicheren Ort wie Safe oder Spind. Eine Kombination aus mehreren Kreditkarten und kleinen Mengen Bargeld beugt finanziellen Engpässen vor, ohne ein überhöhtes Risiko in Kauf nehmen zu müssen. Das Verteilen der Zahlungsmittel und das raffinierte Verstauen beugen finanzieller Not vor.

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