Vorsicht Verkehrsrecht in Österreich – Ordnungswidrigkeiten können teuer werden

Erstellt von Tobias Kurz am 27. Februar 2019, 17:07 Uhr

Reisen ins europäische Ausland sind nach wie vor für viele Urlauber sehr attraktiv. Von Deutschland aus ist es aus manchen deutschen Bundesländern ein Katzensprung ins schöne Österreich, wo herrliche Wintersportgebiete im Winter zum Skifahren einladen. Mit dem Auto sind es nur wenige Stunden Fahrt bis zum Urlaubsort. Damit es nach dem Urlaub keine unliebsamen Überraschungen in Form von Bußgeldbescheiden gibt, haben wir die wichtigsten Tipps dazu zusammengestellt.

Straßenschilder
Den Schilderwald vor lauter Zeichen nicht sehen – da kann es auch im Urlaub schnell zu einer Verkehrswidrigkeit kommen.

Österreich ist als Urlaubsland bei den Deutschen immer noch sehr beliebt. Gerade, um dort erlebnisreiche Wintersportreisen zu erleben, sind einige Bergregionen ideal. Um mit seiner Ski-Ausrüstung in die Urlaubsgebiete zu gelangen, ist die Hin- und Rückreise mit dem eigenen Fahrzeug ideal. Auch für einen Urlaub mit der eigenen Familie bietet sich ein Auto als Reisemittel an. Es haben sich einige Reiseveranstalter auf Autoreisen spezialisiert, die mit der Planung und Durchführung solcher Reisen viel Erfahrung gesammelt haben.

Straße mit Verkehrsschild
Im Ausland gibt es einige Verkehrsregeln, die zu Hause unbekannt sind – wie hier in den österreichischen Alpenregionen.

Ein wesentlicher Teil der Vorbereitung auf eine Autofahrt durch Österreich sollte allerdings auch die Auseinandersetzung mit den dortigen Verkehrsregeln sein. Denn unabhängig, ob man als Urlauber die dort geltenden Verkehrsregeln kennt oder nicht – der Bußgeldkatalog in Österreich gilt für alle im Straßenverkehr Beteiligten, ob sie nun in Österreich wohnen oder nicht.

In Österreich gelten generell ähnliche Verkehrsregeln wie in Deutschland, die allerdings unterschiedlich geahndet werden. Im Alpenland sind zum Teil erhebliche Sanktionen bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung vorgesehen. Für das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit können hier bis zu 2.180 Euro fällig werden! Auch das Fahren unter Alkoholeinfluss könnte eine empfindliche Strafe nach sich ziehen, hier fangen die Bußgelder ab 300 Euro erst an.

Für den Genuss von Alkohol gelten strenge Regelungen. Diese starten ab 0,5 Promille im Blut, bei Fahranfängern unter zwei Jahren Führerscheinbesitz bereits ab 0,1 Promille.
Achtung: Auch beim Parkplatzsuchen kann es schnell zu Übertritten kommen. Hier gelten folgende Regeln:

  • Bei Parkverboten können Autofahrer bis zu zehn Minuten halten.
  • Gelbe und durchgezogene Linien weisen auf Halte- oder Parkverbote hin.
  • Reguläre Parkplätze haben generell weiße Markierungen.
Schnellstraße
In Österreich lieber öfter runter vom Gas gehen, sonst drohen empfindliche Strafgelder.

Temposünder aufgepasst!

Die allgemeinen Tempolimits zählen zu den wichtigsten Verkehrsvorschriften in Österreich. Diese Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten immer, wenn Verkehrsschilder nichts anderes bestimmen. Das bedeutet innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h, außerhalb von geschlossenen Ortschaften gilt das Höchsttempo 100 km/h. Die österreichische Straßenverkehrsordnung schreibt diese Geschwindigkeitsbegrenzung auch auf allen Schnellstraßen, den Bundesstraßen S, vor.
Für deutsche Autofahrer bedeutet das also keine wesentliche Umstellung.

Einige Beispiele aus dem österreichischen Bußgeldkatalog:

  • Tempolimit-Überschreitung von 20 km/h: ab 20 Euro
  • Tempolimit-Überschreitung von mehr als 50 km/h: bis 2.180 Euro
  • Alkohol am Steuer: ab 300 Euro
  • Falsches Parken: ab 70 Euro
  • Überfahren einer roten Ampel: ab 70 Euro
  • Telefonieren mit Handy am Steuer: ab 50 Euro
  • Unterlassen der Gurtpflicht: ab 35 Euro

Mehr Reisende auf Österreichs Straßen

Reisen ins benachbarte Österreich ist seit jeher beliebt bei den Deutschen. In den vergangenen zehn Jahren gab es laut aktuellen Nächtigungsstatistiken sogar insgesamt 44 Prozent mehr Ankünfte. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 45 Millionen Ankünfte und ganze 150 Millionen Nächtigungen registriert. Dabei sind die österreichischen Bundesländer mit den meisten Übernachtungen Tirol und Salzburg. Obwohl viele Urlauber in den österreichischen Skigebieten ihren Winterurlaub verbringen, gibt es im Sommer sogar noch mehr touristische Betriebe, die geöffnet haben für ihre Gäste.

Wer glaubt, durch sein ausländisches Kennzeichen bei Verkehrsvergehen durchzukommen, hat die Rechnung ohne die EU gemacht. Für die Durchsetzung des Bußgeldbescheids auch ins Ausland sorgt der EU-Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckung.

Die vielen Urlauber, die mit dem Auto nach Österreich anreisen, lassen sich nicht abschrecken von verstärkten Bußgeldzahlungen. Laut Erhebungen aus den Jahren 2007 bis 2011 sind entsprechende Bescheide deutlich mehr geworden. Im Jahr 2011 kamen auf tausend Einwohner ganze 587 Bußgelder. Diese Zahlen gelten allerdings nur für die Einheimischen. Wer im Urlaub durch Österreich fährt, sollte ohnehin einen Gang zurückschalten und lieber etwas besonnener und aufmerksamer auf den Straßen reisen.

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