Virgin Group steigt ins Kreuzfahrtgeschäft ein

Erstellt von Tobias Kurz am 16. März 2020, 9:46 Uhr

Es ist vielleicht nicht die beste Zeit, um in die Kreuzfahrtbranche einzusteigen. Doch Richard Branson, umtriebiger Milliardär und Chef der Virgin-Group, lässt sich von der aktuellen Corona-Virus Pandemie nicht so einfach abschrecken. Ab April bietet er mit seinem ersten Kreuzfahrtschiff „Scarlet Lady“ eine neue Art von Kreuzfahrttourismus an.

Kreuzfahrtschiff
Richard Bransons Virgin Group sticht ab April 2020 in See. (Symbolbild)

Richard Branson ist ein Hansdampf in allen Gassen. Nachdem er bereits eine Fluglinie gegründet hat und sogar in absehbarer Zeit Menschen zum Mond fliegen will, macht er nun mit der Gründung einer Kreuzfahrtgesellschaft von sich reden. Branson erfüllte sich damit einen Jugendtraum. Laut eigener Aussage, habe er bereits in seinen Zwanzigern davon geträumt, eine eigene Kreuzfahrtreederei zu starten.

Vor wenigen Tagen stellte er in der südenglischen Hafenstadt Dover das erste Kreuzfahrtschiff der Virgin Voyages vor. Das Schiff namens „Scarlet Lady“, das von der italienischen Werft Fincantieri in Genua gebaut wurde, ist 277 Meter lang und bietet rund 2.800 Passagieren Platz. Apropos Passagiere: Die werden an Bord des Virgin Schiffes „Sailors“ genannt. Branson wäre nicht Branson, wenn er mit seiner Kreuzfahrtreederei nicht ein neues Konzept verfolgen würde.

Unter dem Motto „rebellischer Luxus“ soll an Bord der Scarlet Lady alles ein wenig anders sein als auf konventionellen Kreuzfahrtschiffen. Die Scarlet Lady ist ein reines Adults-only Schiff – Kinder dürfen somit nicht an Bord. Das Angebot von Virgin Voyages soll sich jedoch in erster Linie an jüngere „Sailors“ richten. Um ein wenig unkonventioneller zu sein, gibt es an Bord ein Tattoo-Studio und Drag-Queen-Auftritte.

Auch das Restaurant-Konzept auf der Scarlet Lady unterscheidet sich vom Standard der Kreuzfahrtbranche. Statt den meist üblichen Büffets gibt es an Bord mehr als 20 Restaurants und Imbisse. Die Speisen sind übrigens im Preis inbegriffen. Ebenso wie Kaffee, Wasser, Fitnesskurse, WLAN und das Trinkgeld.

Bereits von außen wirkt die Scarlet Lady ein wenig anders als die meisten Kreuzfahrtschiffe. Fast wie eine Riesenjacht mutet das Schiff an, dessen silbern glänzender Bug eine kleine Meerjungfrau in Rot ziert (passend zum Namen des Schiffes).

An Bord gibt es 1.330 Kabinen und 78 Suiten. Fast alle haben einen Balkon und Meerblick. Das Highlight unter den Unterkünften sind die sogenannten Rockstar-Suiten, in denen sich musikalische Passagiere nach Herzenslust austoben können. Die Suiten haben extra Musikräume mit Verstärkern und einer Wand voller E-Gitarren.

Am 1. April 2020 wird die Scarlet Lady zu ihrer Jungfernfahrt über den Atlantik an die Westküste der USA aufbrechen. In seiner ersten Kreuzfahrtsaison wird sich Virgin Voyages auf kürzere Fahrten beschränken. So werden Vier- und Fünf-Tages-Cruises nach Kuba, Mexiko und in die Dominikanische Republik angeboten.

Preiswert ist der rebellische Luxus an Bord der Scarlet Lady nicht unbedingt. Eine Fünf-Tages-Kreuzfahrt nach Costa Maya in Mexiko kostet zwischen 1.600 US-Dollar für eine Innenkabine und knapp 25.000 Dollar für eine der großen Suiten. Dafür genießen die Passagiere – pardon „Sailors“ – auf der Scarlet Lady jedoch definitiv ein unvergesslich rebellisches und luxuriöses Kreuzfahrterlebnis.

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