Urlaub in Syrien? Französischer Reiseveranstalter bietet Rundreise an

Erstellt von Lukas Krönert am 13. März 2019, 13:13 Uhr

Syrien wird derzeit vor allem mit Krieg und Flucht in Verbindung gebracht. Seit acht Jahren herrscht im Land Bürgerkrieg. Mehr als eine halbe Million Menschen starben, mehrere Millionen flüchteten. Nun bietet ein französischer Reiseveranstalter eine Rundreise durch das vom Krieg gebeutelte Land an.

Syrien
Syrien hat viele kulturell und geschichtlich bedeutsame Orte zu bieten. Doch sicher ist das Land derzeit keinesfalls.

Bei der Rundreise handelt es sich jedoch nicht um Sensationstourismus, der direkt durch das Kampfgebiet führt. Die zehntätige Reise steuert vielmehr kulturell und geschichtlich bedeutsame Orte im Land an. Dennoch steht die Sicherheit der Reisenden infrage. Sowohl das französische Außenministerium als auch das Auswärtige Amt in Deutschland raten strikt von Reisen nach Syrien ab. Zu groß ist die Gefahr potentiell lebensbedrohlicher Zwischenfälle. Das Auswärtige Amt fordert zudem alle Deutschen, die sich in Syrien aufhalten, zur umgehenden Ausreise auf.

Der Reiseveranstalter Clio hält die Reise, die unter anderem nach Damaskus, in die Oasenstadt Palmyra, nach Homs und in das Bergdorf Maalula führt, hingegen für sicher. Auf bestimmten Abschnitten soll die Reisegruppe von der Polizei begleitet werden, um die Sicherheit der Touristen zu gewährleisten. Da keine europäische Airline nach Syrien fliegt, muss die Reisegruppe ab der libanesischen Hauptstadt Beirut mit dem Bus fahren.

Jean-Pierre Respaut, stellvertretender Chef des Reiseveranstalters, spricht davon, dass die Lage im Land heute stabiler sei und der Tourismus für die Menschen in Syrien ein Mittel der Rückkehr zur Normalität darstelle. Ein Boykott des Landes würde eine doppelte Bestrafung der Syrer, die „aus einem langen Albtraum aufwachen“ darstellen.

Bei Reisenden findet die Idee indes Anklang. Die erste Syrien-Reise, die pro Person rund 2.950 Euro kostet, ist bereits ausgebucht. Weitere Reisen sollen folgen. Das französische Außenministerium zeigt sich verärgert, da Clio die Reisenden einem Risiko aussetze, dessen sich der Reiseveranstalter voll bewusst sei.

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