TUI spricht sich für Haftungsgrenze von 110 Millionen Euro aus

Erstellt von Tobias Kurz am 6. Januar 2020, 13:57 Uhr

Nach Meinung von TUI-Chef Marek Andryszak ist die bisherige Haftungsgrenze im Falle einer Insolvenz ausreichend und bedarf keiner Änderung. Der Zusammenbruch von Thomas Cook führte zu der Forderung, dass die Versicherungssumme im Insolvenzfall reformiert werden sollte.

Höhere Haftungsgrenze bedeutet höhere Preise

TUIfly Flugzeug
TUI profitiert vom Aus des einstigen Mitbewerbers Thomas Cook.

Der weltgrößte Reisekonzern TUI ist gegen das Anheben der Haftungsgrenze für Pauschalreisen. Im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters seien 110 Millionen Euro ausreichend, so TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak. Die ablehnende Haltung begründet sich in höheren Preisen: Hebe man die Haftungsgrenze an, so würden auch die Preise steigen, die zu zahlen viele Reisende angeblich nicht bereit sind.

Die Forderung nach einer Korrektur der Haftungsobergrenze kam durch die Insolvenz von Thomas Cook auf. Hier wurde schnell deutlich, dass der gesamte Schaden die versicherte Summe von 110 Millionen Euro deutlich überstieg – der Grund, warum der Staat letztlich Betroffenen finanziell aushilft.

Pauschalreisen-Umsatz steigt weiter an

Laut TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak sei ein ähnlicher Fall wie Thomas Cook in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Keine Reiseart sei so gut abgesichert wie die Pauschalreise, eine höhere Haftungsgrenze demnach nicht notwendig.

Laut Statista steigt der Umsatz mit Pauschalreisen in Deutschland weiterhin kontinuierlich an. Für 2020 wird ein Anstieg von 2,4 Prozent prognostiziert. Die Zahl der Pauschalreisenden in Deutschland soll bis 2023 zudem auf 11,1 Millionen zunehmen, was einen Anstieg von rund 700.000 Urlaubern bedeuten würde.

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