TUI baut Angebot nach Cook-Pleite deutlich aus

Erstellt von Tobias Kurz am 10. Oktober 2019, 14:18 Uhr

Es gibt nicht nur Benachteiligte, sondern auch Proifteure der Cook’schen Insolvenz. TUI schielt nach dem Aus des Konkurrenten nach den Kunden und ehemaligen Geschäftspartnern des Reisekonzerns – ein vielversprechendes Unterfangen.

TUI wittert Chance

Reisebuchung
TUI lockt Cook-Kunden mit Reisen ohne Anzahlung.

Der Niedergang von Thomas Cook stellt für Wettbewerber TUI eine große Chance dar. Die Kunden und Partner des insolventen Konzerns will man für sich gewinnen und baut das eigene Angebot in typischen „Cook-Reisezielen“ wie in der Türkei, Griechenland sowie den spanischen Inseln (Balearen und Kanaren) mächtig aus. Man verspreche sich davon etwa 500.000 neuen Kunden. Die Vorkehrungen hierfür wurden bereits kurz nach der Cook-Insolvenz getroffen als sich der TUI-Vorstand mit einigen Tourismusiminstern wichtiger Urlaubsländer traf.

Gleichzeitig startet der weltgrößte Reiseveranstalter TUI die „Aktion Sorgenfreie Buchungen„, die sich an Cook-Gäste richtet, deren Urlaub bis Jahresende abgesagt wurde. Wer bis 20. Oktober 2019 bei TUI bucht, muss dabei keine Anzahlung leisten. Sollte wider Erwarten die ursprüngliche Reise über Thomas Cook doch stattfinden können, besteht eine kostenlose Stornofrist innerhalb von 7 Tagen.

Weiter verhandle man mit den Reisebüros von Thomas Cook, um mögliche Partnerschaften einzugehen. Von einer dreistelligen Anzahl neuer Partner ist seitens TUI die Rede. Der Aktionismus von TUI könnte sich dabei negativ auf die Rettung der deutschen Thomas Cook auswirken. Nachdem der britische Reisekonzern Insolvenz anmeldete, folgte zwei Tage später auch die deutsche Thomas Cook GmbH zusammen mit den Reiseveranstaltermarken Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin. Die emsige Suche nach Investoren soll in absehbarer Zeit die Aufnahme des regulären Geschäftsbetriebes ermögliche.

Nachdem sämtliche Reisen bis Ende Oktober abgesagt werden mussten, wurden gestern auch alle Reisen bis 31. Dezember gestrichen.

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