Malediven-Boom trifft neue Steuer: Was DRV-Zahlen & GST-Reform für deine Fernreise bedeuten
12. Oktober 2026 09:32
Die Malediven sind 2026 das stärkste Fernreiseziel im deutschen Markt: Laut DRV-Auswertung legen die Buchungen um satte 27 Prozent zu – mehr als jede andere Fernreisedestination. Doch ausgerechnet jetzt sorgt eine überraschend eingeführte Tourismussteuer für Aufruhr: Ab dem 1. Oktober 2026 müssen auch ausländische Reiseveranstalter und Reisebüros die maledivische Goods and Services Tax (GST) abführen. Der DRV kritisiert die Reform als überstürzt und fordert Übergangsfristen. Was das für deine gebuchte oder geplante Fernreise in den Indischen Ozean bedeutet, erfährst du hier.

DRV-Zahlen: Warum die Malediven 2026 so stark wachsen
Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin zog der Deutsche Reiseverband (DRV) Anfang März 2026 eine bemerkenswerte Zwischenbilanz für den Reisesommer. Aktuelle Auswertungen von Travel Data + Analytics (TDA) für den DRV – basierend auf Buchungsdaten von Reisebüros und Online-Reiseportalen zum Stand Ende Januar 2026 – zeigen ein klares Bild für die Sommersaison.
Zum Buchungsstand Ende Januar liegen die Umsätze für die Sommersaison (Mai bis Oktober) um sieben Prozent über Vorjahr, die Zahl der Gäste um vier Prozent. Bei den Fernzielen sticht eine Destination besonders hervor: Die Malediven und Mauritius erfreuen sich in diesem Jahr besonders großer Beliebtheit bei den Deutschen und verzeichnen jeweils ein Plus von 27 Prozent. Das ist der mit Abstand stärkste Zuwachs unter allen Fernreisezielen.
Die Malediven belegen im Top-10-Ranking der Flugreiseziele nach Umsatzhöhe Platz acht – hinter klassischen Mittelmeerzielen wie Türkei, Spanien, Griechenland, Ägypten, Italien, Portugal und Tunesien, aber noch vor Bulgarien und Mauritius. Fernreisen machen im Sommer zwar nur einen Anteil von neun Prozent am Gesamtumsatz aus, doch der Indische Ozean setzt sich als dynamischstes Wachstumssegment durch.
Das DERTOUR Reisebarometer bestätigt den Trend aus Veranstalter-Sicht: Trotz zwischenzeitlicher Nachfrageverschiebungen bleibt das Ranking der beliebtesten Fernreiseziele im Sommer 2026 weitgehend konstant – der Indische Ozean mit den Malediven, Mauritius und den Seychellen behauptet seine Spitzenposition.
Hinter dem Boom steckt auch eine Erfolgsgeschichte der Vorjahre: Die Malediven verzeichneten 2025 über 2,24 Millionen internationale Touristen – fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Resorts stehen dabei für rund 70 Prozent aller Ankünfte, und die Bettenkapazität wurde auf über 64.000 Betten in mehr als 1.200 Tourismusbetrieben ausgebaut.
Die neue Tourismussteuer: Was ab Oktober 2026 gilt
Mitten in diesem Boom hat die maledivische Regierung eine weitreichende Steuerreform beschlossen, die die internationale Reisebranche kalt erwischt. Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat die geplante Ausweitung der maledivischen Goods and Services Tax (GST) auf ausländische Reiseveranstalter und Reisebüros als praxisuntauglich kritisiert. Die neuen Steuerpflichten sollen nach aktuellem Stand bereits zum 1. Oktober 2026 greifen – die gesetzliche Grundlage wurde erst am 31. August 2026 verabschiedet.
Ab 1. Oktober 2026 gilt die Tourism Goods and Services Tax (TGST) von 17 Prozent auch für bestimmte touristische Leistungen, die von ausländischen Reiseunternehmen für die Malediven verkauft werden. Betroffen sind insbesondere ausländische Reiseveranstalter, Reisebüros sowie Anbieter von Buchungs- und Vermittlungsleistungen, die entsprechende touristische Produkte für die Malediven verkaufen, auch wenn sie dort über keine Niederlassung verfügen.
Buchungs- und Vermittlungsleistungen wie Unterkunft, Verpflegung, Transport und weitere touristische Leistungen sollen künftig zusätzlich besteuert werden. Wichtig zu verstehen: Die neue TGST von 17 Prozent wird nicht auf den kompletten Reisepreis fällig, sondern nur auf die Handelsspanne des Anbieters – also die Differenz zwischen dem, was der Reisende zahlt, und dem, was an das maledivische Hotel oder den Leistungsträger vor Ort weitergereicht wird.
Für dich als Reisenden bedeutet das: Bei einer Pauschalreise für 4.000 Euro entfallen beispielsweise rund 2.800 Euro auf die eigentliche Hotelleistung. Kalkuliert der Veranstalter darauf eine Marge von 15 Prozent (420 Euro), fallen durch die neue Steuer rund 71 Euro zusätzlich an – bei 20 Prozent Marge sind es etwa 95 Euro.
Der Flug ab Deutschland selbst ist von der Regelung grundsätzlich nicht betroffen, da sich die Steuer auf touristische Leistungen innerhalb der Malediven bezieht.
DRV schlägt Alarm: Zu kurz, zu kurzfristig, zu unklar
DRV-Präsident Albin Loidl kritisiert die Reform in seltener Deutlichkeit. „Die Malediven sind ein wichtiges Reiseziel für die Kunden von deutschen Reisebüros und Reiseveranstaltern – mit wachsenden Besucherzahlen in den vergangenen Jahren. Umso wichtiger ist es, neue steuerliche Regeln so einzuführen, dass sie planbar, verhältnismäßig und in der Praxis umsetzbar sind“, sagte DRV-Präsident Albin Loidl.
Der DRV hält die Einführung für überhastet und warnt vor zusätzlichen Kosten, bürokratischem Aufwand und Problemen bei bereits verkauften Reisen. Der DRV fordert eine Verschiebung, klare Leitlinien und einfachere Verfahren für kleinere Anbieter.
Auch die österreichische Wirtschaftskammer (WKO) schlägt in dieselbe Kerbe: Die Einführung erfolge in einer äußerst problematischen Form und mit einer völlig unzureichenden Vorbereitungszeit. Wesentliche Details und Erläuterungen wurden erst kurz vor dem geplanten Inkrafttreten veröffentlicht. Auch die Übergangsbestimmungen für bereits bestehende Buchungen und Zahlungen seien komplex und teilweise schwer nachvollziehbar.
Eine von der maledivischen Steuerbehörde MIRA am 15. September durchgeführte Informationsveranstaltung sollte eigentlich offene Fragen der internationalen Reisebranche beantworten – war dazu jedoch keineswegs geeignet. Zahlreiche praktische und rechtliche Fragen blieben offen, insbesondere die Auswirkungen auf mehrstufige internationale Vertriebsketten erschienen weiterhin nicht ausreichend durchdacht.
Damit trifft eine der gefragtesten Pauschalreise-Destinationen eine Steuerreform, die die Branche unter erheblichen Zeitdruck setzt – mitten in der wichtigen Buchungsphase für die Wintersaison.
Was gilt für deine bereits gebuchte Reise?
Für Urlauber, die eine Malediven-Reise bereits gebucht haben, gilt eine entscheidende Übergangsregel: Entscheidend ist nicht allein, wann die Reise stattfindet, sondern der steuerlich relevante Zeitpunkt der jeweiligen Leistung. Wurde eine entsprechende Leistung bereits vor dem 1. Oktober 2026 in Rechnung gestellt oder ganz beziehungsweise teilweise bezahlt, kann sie unter die Übergangsbestimmungen fallen.
Für Reisende bedeutet das nicht, dass bei der Ankunft auf den Malediven plötzlich eine neue Abgabe fällig wird. Die Steuerpflicht richtet sich zunächst an die ausländischen Anbieter. Je nach Geschäftsmodell und Preisgestaltung kann die zusätzliche Belastung jedoch in die Reisepreise einfließen und damit auch für Urlauber spürbar werden.
Ob und in welcher Höhe der Betrag beim Gast ankommt, hängt letztlich vom jeweiligen Vertrag und vom Buchungszeitpunkt ab. Wer seine Malediven-Fernreise also noch im September 2026 gebucht und bezahlt hat, dürfte in der Regel von der alten Preisgestaltung profitieren. Für neue Last-Minute-Reisen und Winterbuchungen gilt hingegen bereits die neue Regelung.
Warum der Indische Ozean trotzdem boomt – und was das für dich bedeutet
Trotz aller Kritik an der Steuerreform bleibt die Nachfrage nach Malediven-Reisen ungebrochen hoch. Neben den europäischen Klassikern gewinnen Fernreisen wieder deutlich an Bedeutung. Ein Traumziel sticht dabei besonders hervor: die Malediven. Die Buchungen für 2026 wachsen hier mehr als doppelt so stark wie in anderen Zielgebieten.
Die Gründe sind strukturell: Die direkten Flugverbindungen zu den Malediven haben sich erheblich ausgebaut. Im Juli 2025 wurde mit der Fertigstellung des Ausbaus des Velana International Airport für eine Milliarde US-Dollar die Kapazität auf sieben Millionen Passagiere pro Jahr erhöht – das ermöglicht mehr Direktverbindungen und verbesserte Flugpläne europäischer Carrier in der Hochsaison.
Für Reisende, die eine Luxusreise oder eine klassische Individualreise in den Indischen Ozean planen, lohnt sich ein früher Blick auf die Angebote: Die Kombination aus hoher Nachfrage und neuer Steuer könnte dazu führen, dass Veranstalter ihre Preise für Spät- und Neubuchungen anpassen. Frühbuchen zahlt sich hier besonders aus.
Praktische Tipps für deine Malediven-Fernreise jetzt
- Buchungszeitpunkt prüfen: Buchungen und vollständige Zahlungen vor dem 1. Oktober 2026 können noch unter die alten Steuerregelungen fallen – das kann einige Euro sparen.
- Anbieter vergleichen: Da die GST auf die Veranstalter-Marge erhoben wird, kann die Preiserhöhung je nach Anbieter unterschiedlich stark ausfallen. Mehrere Angebote einholen lohnt sich.
- Pauschalreise bevorzugen: Laut DRV sind Flugpauschalreisen vom neuen Regelwerk etwas weniger stark betroffen als individuell gebuchte Einzelleistungen – für dich als Reisenden also oft die günstigere Option.
- Frühbucher-Rabatte sichern: Die starke Nachfrage (+27 %) führt zu hoher Auslastung in beliebten Resorts, besonders in der Wintersaison. Frühbucherangebote können Mehrkosten durch die neue Steuer teils ausgleichen.
- Bereits gebuchte Reisen nicht stornieren: Wer schon gebucht und (teil-)bezahlt hat, ist in der Regel durch die Übergangsregelung geschützt. Ein unnötiger Storno könnte teurer werden als die eigentliche Steuererhöhung.
- Reisebüro um Klärung bitten: Da viele Details noch offen sind, lohnt es sich, deinen Veranstalter oder dein Reisebüro gezielt zu fragen, ob und wie sich die GST auf deinen Buchungspreis auswirkt.
Gesamtmarkt 2026: DRV sieht Rekordjahr
Der Malediven-Boom ist eingebettet in einen insgesamt starken deutschen Reisemarkt. Die Deutschen haben 2025 so viel Geld für Urlaub ausgegeben wie nie zuvor: Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes summierten sich die Ausgaben für mehrtägige Reisen auf 87,9 Milliarden Euro – ein Plus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
DRV-Präsident Albin Loidl erwartet eine wachsende Nachfrage vor allem für Kreuzfahrten, Fernreisen und die klassischen Badeziele am östlichen Mittelmeer. Der DRV erwartet, dass die Bundesbürger im Jahr 2026 für Urlaub und Reisen rund 86 Milliarden Euro ausgeben werden. Die Malediven sind in diesem Wachstumsmarkt eines der strahlendsten Beispiele – ein Traumziel, das trotz neuer Kostenfaktoren weiterhin ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen steht. Wer auf der Startseite von reiseveranstalter.com nach aktuellen Angeboten sucht, findet alle relevanten Reise-News gebündelt an einem Ort.
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Häufige Fragen zu Malediven-Fernreisen und der neuen GST-Steuer 2026
Wie stark wachsen die Malediven-Buchungen aus Deutschland 2026?
Laut DRV-Auswertung von Travel Data + Analytics legen die deutschen Buchungen auf die Malediven im Sommer 2026 um 27 Prozent zu – das ist der stärkste Zuwachs unter allen Fernreisezielen im deutschen Markt und entspricht Platz 8 im Top-10-Ranking nach Umsatzhöhe.
Was ist die neue maledivische Tourismussteuer (GST/TGST) ab Oktober 2026?
Ab dem 1. Oktober 2026 müssen ausländische Reiseveranstalter, Reisebüros und Buchungsplattformen eine Tourism Goods and Services Tax (TGST) von 17 Prozent auf ihre Handelsspanne abführen, wenn sie touristische Leistungen auf den Malediven – etwa Unterkunft, Verpflegung oder Transfers – verkaufen oder vermitteln. Die gesetzliche Grundlage wurde erst am 31. August 2026 verabschiedet.
Wie viel teurer wird meine Malediven-Reise durch die neue Steuer?
Die Steuer trifft nicht den kompletten Reisepreis, sondern nur die Marge des Anbieters. Bei einer Pauschalreise für 4.000 Euro können je nach Veranstalter-Marge rund 70 bis 95 Euro Mehrkosten entstehen. Ob und wie stark diese weitergegeben werden, hängt vom jeweiligen Anbieter und Vertrag ab.
Was gilt für Reisen, die ich schon vor Oktober 2026 gebucht habe?
Entscheidend ist der steuerlich relevante Zeitpunkt der Leistung. Reisen, die vor dem 1. Oktober 2026 vollständig oder teilweise in Rechnung gestellt bzw. bezahlt wurden, können unter Übergangsbestimmungen fallen und damit von der neuen GST ausgenommen sein. Am besten direkt beim Veranstalter nachfragen.
Warum kritisiert der DRV die neue Malediven-Steuer?
Der DRV kritisiert vor allem die extrem kurze Vorlaufzeit: Zwischen Gesetzesverabschiedung (31. August 2026) und Inkrafttreten (1. Oktober 2026) lagen nur einen Monat. Viele Reisen für den Winter waren bereits verkauft. Der Verband fordert eine Verschiebung, klare Umsetzungsregeln und Sonderregelungen für kleinere Anbieter.
Warum sind die Malediven 2026 trotz der Steuer so beliebt?
Die strukturelle Attraktivität des Inselparadieses – exklusive Wasservillen, unberührte Lagunen, hohe Hotelqualität – sowie der Ausbau direkter Flugverbindungen nach der Erweiterung des Velana International Airport machen die Malediven auch 2026 zu einem Top-Fernreiseziel. Die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot, besonders in der Wintersaison.
Lohnt es sich jetzt noch, eine Malediven-Reise für Winter 2026/27 zu buchen?
Ja, aber du solltest schnell handeln. Die hohe Nachfrage (+27 %) führt zu begrenzten Kapazitäten in beliebten Resorts. Frühbucher-Rabatte können etwaige Mehrkosten durch die neue GST-Steuer zumindest teilweise ausgleichen. Mehrere Angebote vergleichen und den Anbieter nach den steuerlichen Auswirkungen auf den Preis befragen.
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