Insolvenzsumme reicht nicht für alle Urlauber von Thomas Cook

Erstellt von Tobias Kurz am 1. Oktober 2019, 13:36 Uhr

Die Zurich Versicherung gibt an, dass die gesetzlich vorgeschriebenen 110 Millionen Euro für die Entschädigung aller Pauschalurlauber, die von der Thomas-Cook-Insolvenz betroffen sind, nicht ausreichen wird. Ersatzansprüche könnten nur anteilig erfüllt werden.

Schaden und Ersatzansprüche noch nicht ermittelt

Insolvenz
Schlechte Nachrichten für Thomas-Cook-Reisende.

Es kündigte sich bereits an, nun bestätigt es die Zurich Versicherung, die als Insolvenzversicherer von Thomas Cook aktiv ist: Die Summe von 110 Millionen Euro, die für den Insolvenzfall zurückgelegt werden müssen, werden nicht ausreichen, um alle Ersatzansprüche voll zu erfüllen. Zahlreiche Kunden werden sich mit anteiligen Erstattungen zufriedengeben müssen. Schadenssumme und versicherte Summe werden gegenübergestellt, um die Höhe der tatsächlichen Erstattung zu bestimmen. Aktuell wurden diese Beträge noch nicht abschließend ermittelt.

Während die Rückholung deutscher Urlauber größtenteils abgeschlossen ist, sind vor allem diejenigen betroffen, die zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages noch NICHT unterwegs waren. Also auch alle, die geplant hatten im Oktober zu verreisen. Der Konzern hatte alle Reisen bis einschließlich 31. Oktober 2019 abgesagt.

Zuerst werden die Kosten von Urlaubern, die zum Zeitpunkt der Insolvenz bereits im Urlaub waren, bezahlt. Dazu zählen etwa Hotelaufenthalte sowie der Rückflug nach Deutschland. Wie hoch diese Kosten sind, steht derzeit ebenfalls noch nicht fest. Bis auf 17.000 sind alle Urlauber jedoch wieder zurück, sodass die Rückholaktion bis nächste Woche abgeschlossen sein sollte.

Um von einer eventuell abgeschlossenen Reiserücktrittsversicherung profitieren zu können, dürften sich viele Reisende zum ursprünglich geplanten Urlaubsantritt krankmelden, denn diese greift nur, wenn aus persönlichen Gründen die Reise nicht angetreten werden kann, nicht jedoch bei Insolvenz des Reiseveranstalters.

DER an Condor-Beteiligung interessiert

Für die angeschlagene Condor, die sich dank Schutzschirmverfahren und eines staatlichen Millionenkredits vom britischen Thomas-Cook-Konzern abgenabelt hat, könnte sich eine Beteiligung seitens DER Touristik ergeben. Eine komplette Übernahme wird jedoch ausgeschlossen.

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