Insolvenz bei Troll Tours: Nordeuropa-Spezialist zahlungsunfähig

Erstellt von Nicole Sälzle am 15. Oktober 2018, 14:05 Uhr

Troll Tours hat Insolvenz angemeldet und hinsichtlich des Booms, der sich in diesem Bereich abzeichnet fast schon irrwitzig, schreiben die Verantwortlichen die Insolvenz den Verlusten im Island-Geschäft zu. Aber das hat auch einen guten Grund.

Polarlichter
Trotz des Reisebooms auf Island muss Troll Tours Insolvenz anmelden.

In den vergangenen zwei Jahren habe man erhebliche Verluste im Island-Geschäft eingefahren. Das gaben die Geschäftsführer Andre und Michael Ricken als Grund für den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Arnsberg an.

Hinzu käme, dass der kurzfristige Ausfall einer Charterflugkette im Jahr 2017 negative Konsequenzen für das Unternehmen gehabt hätte. Denn Troll Tours sei als Reiseveranstalter in der Haftung gestanden und hätte die Kunden entsprechend entschädigen bzw. kurzfristig für Ersatz sorgen müssen. Da zu diesem Zeitpunkt auch die Insolvenz von Air Berlin ein Thema war, hätte man die „Erschöpfung des Flugmarktes“ deutlich zu spüren bekommen und Ersatz nur verbunden mit erheblichen Mehrkosten beschaffen können.

Troll Tours-Insolvenz: Was heißt das für Kunden?

Mit Rechtsanwalt Axel Kampmann von der Kanzlei Husemann und Partner hat man einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, der sich der Situation annimmt.

Dennoch könne man aktuell keine Buchungen annehmen, heißt es von Troll Tours. Es werde erst noch geprüft, ob bereits gebuchte und bestätigte Reisen wie geplant stattfinden können. Daher erklärte man auch, dass Kunden derzeit keine Zahlungen an Troll Tours leisten sollten.

Wer eine Pauschalreise gebucht habe, sei über den Sicherungsschein der Zurich Versicherung abgesichert. Wer keine Pauschalreise gebucht habe und somit auch keinen Sicherungsschein erhalten habe, könne nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden.

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