Deutscher Reiseverband kritisiert Urlaubssteuer für Reiseveranstalter

Erstellt von Lukas Krönert am 14. September 2018, 13:06 Uhr

Der Deutsche Reiseverband (DRV) kritisiert die seit 2012 geltende Urlaubssteuer für Reiseveranstalter in einer offiziellen Pressemitteilung. Seit Bund und Länder beschlossen, den Ankauf von Hotelkontingenten der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung zu unterwerfen, leiden deutsche Reiseveranstalter unter stark erhöhten Belastungen.

Urlaubssteuer
34 Prozent der deutschen Reiseveranstalter überlegen, wegen der Urlaubssteuer ins Ausland abzuwandern.

Eine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung führte zur Offenlegung der seit 2012 erfassten Zahlen. So habe sich der Anteil der Reisebüros und Reiseveranstalter am Gewerbesteueraufkommen der Kommunen vom Jahr 2011 auf das Jahr 2013 beinahe verdoppelt.

Der Verband erklärt, die Urlaubssteuer bedeute eine Kostenexplosion, die Reiseveranstalter schlimmstenfalls in den Ruin treiben könne. Erhebungen des Deutschen Reiseverbandes ergaben, dass 34 Prozent der deutschen Reiseveranstalter davon ausgehen, ihr Geschäft zumindest teilweise ins Ausland verlagern zu müssen, wenn die Urlaubssteuer weiterhin erhoben werde.

Besteuert werden im Übrigen die Ankäufe von Hotelzimmern und Reisekontigenten. Jeder Ankauf eines Reiseveranstalters führt zu einer höheren Gewerbesteuerbelastung, was die Kosten der Reiseveranstalter in die Höhe schießen lässt. Auch Touristen spüren die Auswirkungen, da ihre Urlaubsreisen teurer werden.

Aktuell ist das Thema derzeit wieder, da der Bundesfinanzhof momentan klärt, ob diese Form der Besteuerung von Hoteleinkäufen weiterhin anzuwenden sei. Von der Entscheidung des Finanzhofes hängt, den Umfragen des Deutschen Reiseverbands zufolge, auch die Zukunft der Reiseanbieter in Deutschland ab. Bei einer für diese nachteiligen Entscheidung könnte eine Abwanderung ins Ausland erfolgen.

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