Deutsche Thomas Cook GmbH stellt ebenfalls Insolvenzantrag

Erstellt von Tobias Kurz am 25. September 2019, 12:33 Uhr

Am Montag meldete das britische Reiseunternehmen Thomas Cook Insolvenz an. Nun folgt auch die deutsche Thomas Cook GmbH in die Pleite. Dies betrifft auch die Veranstaltermarken Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen.

Tochtergesellschaft nun ebenfalls zahlungsunfähig

Thomas Cook Flugzeug
Die deutsche Thomas-Cook-Tochter meldete nun ebenfalls Insolvenz an.

Nachdem der britische Thomas-Cook-Konzern am Montag seinen Hut nehmen musste, folgt ihm ihm nun auch die deutsche Tochtergesellschaft in die Insolvenz. Die Thomas Cook GmbH aus Oberursel meldete am heutigen Mittwoch Insolvenz an. Man sei zu diesem Schritt gezwungen gewesen, um sich aus den „finanziellen Verflechtungen und Haftungsverhältnissen“ des Mutterkonzerns lösen zu können. Zum Unternehmen gehören die Reiseveranstalter Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin. Im Laufe des Tages soll das Insolvenzverfahren eingeleitet werden. Parallel dazu hat auch der polnische Ableger Neckermann Polska Insolvenz beantragt.

Zurich Versicherung zahlt Rückholung deutscher Pauschalurlauber

Kosten für Unterbringung und Rückreise  deutscher Pauschalurlauber übernimmt die Zurich Versicherung, die als Insolvenzversicherer auf den Sicherungsscheinen der Thomas-Cook-Urlauber angegeben ist. Demnach gibt es auch keinen Grund, dass Hotels Gäste von Thomas Cook festhalten. In Großbritannien ist hingegen der Staat für die Rückholung zuständig.

Aktuell sind 140.000 deutsche Urlauber über den Thomas-Cook-Konzern verreist. Insgesamt ist von 600.000 Menschen die Rede, die weltweit mit dem Reiseveranstalter eine Reise gebucht haben. Hinzu kommen eine Million Kunden, deren Urlaubsantritt noch bevorstand.

Condor erhält Staatskredit

Wie Condor stellte auch die deutsche Tochter von Thomas Cook einen Antrag für einen Überbrückungskredit – leider ohne Erfolg. Während das Reiseveranstaltergeschäft in der Pleite versinkt, windet sich Condor erfolgreich gegen die Zahlungsunfähigkeit. So wurde der Fluggesellschaft von der deutschen Bundesregierung sowie vom Land Hessen ein sechsmonatiger Kredit über 380 Millionen Euro bewilligt. Zeitgleich soll ein Schutzschirmverfahren Condor von Thomas Cook trennen – was jedoch nur mit der Zustimmung der EU-Kommission geht. Dank des Geldes kann der Betrieb vorerst wie gewohnt weiterlaufen, die rund 5.000 Arbeitsplätze sind zudem gesichert.

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