Wenn der Urlaub zum Thrill werden soll

Erstellt von Harry Pfliegl am 26. Februar 2018, 9:53 Uhr

Eine besondere Zielgruppe hat sich der Veranstalter Geoff Hann aus Großbritannien ausgesucht: Er bringt seine Gäste in die gefährlichsten Krisenländer weltweit. Die Idee wurde 1989 geboren, als Geoff Hann mit seiner Reisegruppe nahe der libanesischen Grenze campte, als in der Region die letzten Schlachten des Bürgerkriegs geschlagen wurden.

Afghanistan See
Abseits der kriegerischen Auseinandersetzungen hat Afghanistan eine unglaubliche landschaftliche Schönheit zu bieten.

Aus dieser Idee heraus gründete er das Unternehmen Hinterland Travel, welche wohl weltweit die gefährlichsten Reiseziele überhaupt anbieten dürfte. Beispielsweise hat er derzeit die beiden Krisenländer Irak und Afghanistan in seinem Angebot. Allerdings müssen die Gäste auf eigenes Risiko reisen, weil es für solche Reisen keine Reiseversicherung gibt. Dennoch hat Hann seit 2007 bereits 150 Gäste sicher durch den Irak und Afghanistan geleitet.

Möglichst unauffällig reisen

Obwohl nahezu jede Regierung vor Reisen nach Afghanistan warnt und sich auch NGO-Mitarbeiter lediglich noch in gepanzerten SUVs durch das Land bewegen, schreckt Hann das nicht ab. Er schwärmt stattdessen vielmehr von der Schönheit des Landes.

Das Geheimnis seines Erfolges: Geoff Hann versucht, so unauffällig wie möglich zu reisen. Das bedeutet: Er mietet vor Ort Minibusse samt Fahrer und verzichtet komplett auf bewaffnete Eskorten. Dies bietet seiner Meinung nach die meiste Sicherheit. Denn Reisende, die mit Jeeps und einer Eskorte unterwegs sind, zeigten, dass sie Geld haben, also dass sich eine Entführung lohne. Zumal könne man im Vorfeld nicht wissen, mit wem die Sicherheitskräfte zusammenarbeiten.

Die Geschichte seines Unternehmens reicht jedoch bis in die 1970er Jahre zurück, als er von London aus mit einem VW-Bus ins indische Mumbai fuhr, weil er seine Geliebte zurückholen wollte. „Es war diese Reise, die mir gezeigt hat, was man alles schaffen kann, wenn man unterwegs ist“, sagt er im Nachhinein dazu.

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