Kein Elefantenreiten mehr: Reiseveranstalter zum Tierschutz aufgefordert

Erstellt von Fridjof Krenz am 21. November 2014, 16:30 Uhr

india-364_1280Auf einem Elefanten zu reiten ist für viele Touristen in Ländern wie Thailand, Indien oder Sri Lanka der Inbegriff eines exotischen Abenteuers. Den wenigsten Reisenden wird jedoch klar sein, wie wenig artgerecht die Haltung der touristisch genutzten Dickhäuter ist. Da Elefanten nur sehr schwer in Gefangenschaft zu züchten sind, werden die Elefantenbabys meist illegal in ihrem natürlichen Lebensraum gefangen und mit brutalen Mitteln gezähmt und misshandelt, um als touristische Attraktion herzuhalten.

Die unwürdig gehaltenen Tiere sind trotz aller Zähmungsversuche auch für den Menschen nicht ungefährlich. Immer wieder werden Mahouts – Führer von Elefanten – totgetrampelt, auch Touristen sind schon bei Veranstaltungen mit den tonnenschweren Rüsseltieren zu Tode gekommen.

Dennoch bieten zahlreiche Reiseveranstalter – auch aus Deutschland – auf ihren Fernreisen auch Elefantenreiten oder Elefantencamps als Programmpunkt an. Dieser Missstand ist für die Tierschutzorganisation Pro Wildlife nicht mehr länger hinzunehmen. Schon im Sommer hat der gemeinnützige Verein daher 19 Reiseveranstalter kontaktiert, mit der Bitte, Elefantentourismus aus dem Programm zu nehmen.

Nach und nach reagieren die Reiseveranstalter

Mit diesem Aufruf zum Tierschutz hat die Organisation bereits einige Erfolge erzielt: AIDA Cruises hat seine Ausflüge zu einem Elefantenwaisenhaus bereits aus dem Programm genommen, auch TUI Deutschland hat sich bereit erklärt, nach und nach alle Ausflüge zu streichen, für die Elefanten gequält werden. Das kleine Münchner Unternehmen Hauser Exkursionen hat sich sogar konsequenterweise entschieden, alle Angebote zu entfernen, für die in Gefangenschaft gehaltene Tiere zur Unterhaltung herhalten. Elefantenfreundlich möchte sich in Zukunft auch der nachhaltige Reiseveranstalter Geograf Reisen ausrichten. Sieben weitere Veranstalter wollen zumindest ihr Angebot einer kritischen Prüfung unterziehen. Zwei nicht näher benannte Unternehmen antworteten auf die Anfrage von Pro Wildlife jedoch gar nicht und werden vermutlich auch in Zukunft die organisierte Tierquälerei des Elefantenreitens anbieten.

Bleibt zu hoffen, dass die Reisenden in Zukunft ihren Beitrag zum Schutz dieser seltener werdenden Tiere tun, indem sie konsequent jegliche touristischen Veranstaltungen meiden, in denen gefangene Elefanten zur Unterhaltung angeboten werden.

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