JT Touristik geht in die Insolvenz

Erstellt von tjerzembeck am 4. Oktober 2017, 15:50 Uhr

JT Touristik, einer der größten Reiseveranstalter Deutschlands, hat am vergangenen Freitag in Berlin Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

In einer offiziellen Pressemitteilung nannte das Unternehmen als Grund hierfür die Vertragskündigung der Generali Versicherungs AG.

Ohne Sicherungsschein läuft gar nichts

Keine Pauschalreise ohne Sicherungsschein – in Deutschland ist die Ausstellung desselben durch den Reiseveranstalter gesetzlich vorgeschrieben. Das Dokument sichert die etwaige Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters ab. Ohne Versicherung können aber keine Sicherungsscheine ausgestellt werden und das Reiseunternehmen darf keine Pauschalreisen mehr abwickeln, nimmt also auch kein Geld mehr ein. Ein Umstand, der JT Touristik anscheinend das Genick gebrochen hat.

Äußerte sich das Unternehmen zunächst in einer Pressemitteilung dahingehend, dass alle Reisen bis zum 31. Oktober 2017 durch die Generali Versicherungs AG abdeckt seien, so ist davon im Moment nicht mehr die Rede. Auf seiner Website und auf Facebook teilt JT Touristik nun vielmehr mit, dass die Generali Versicherung am Sonntag eine Kostenübernahme für alle Leistungen bis zum Abreisedatum 14. Oktober erklärt hat. Ob dies auch für Reisen zwischen dem 15. und 31. Oktober gelte, würde in der ersten Oktoberwoche kommuniziert.

Im Moment häufen sich Berichte darüber, dass Urlauber nicht in das über JT Touristik gebuchte Hotel gelassen wurden, sofern sie nicht selbst noch einmal vor Ort zahlten. Betroffene sollten sich per Mail an contact@erv.de mit der Europäische Reiseversicherung AG in Verbindung setzen, die als Regulierungsstelle für die Generali Versicherung fungiert. Formulare für eine Schadensmeldung sind abrufbar unter www.erv.de/reisegarant.

Die Zukunft ist ungewiss

Wie es mit JT Touristik weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Laut eigener Angaben will das Unternehmen den Geschäftsbetrieb in Eigenregie unter Aufsicht eines Sachverwalters fortführen. „Wir sind zuversichtlich, innerhalb der kommenden drei Monate den Sanierungsprozess erfolgreich abzuschließen und die Grundlage gelegt zu haben, auch in Zukunft für die Kunden Leistungen in der gewohnt hohen Qualität zu erbringen“, so ein Unternehmenssprecher. Ob sich das bewahrheiten wird, bleibt abzuwarten.

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